"KiBiz“-Informationsabend: Gesetzes-Architektin bleibt keine Antwort schuldig

Marie-Theres Kastner (l.), eine der Architektinnen des neuen Kinderbildungsgesetzes, erläuterte dessen Inhalte vor zahlreichen interessierten Zuhörerinnen und Zuhörern in Beelen. Bild: Wiengarten
Marie-Theres Kastner (l.), eine der Architektinnen des neuen Kinderbildungsgesetzes, erläuterte dessen Inhalte vor zahlreichen interessierten Zuhörerinnen und Zuhörern in Beelen. Bild: Wiengarten
Die Gaststätte „Zur Postkutsche“ war am Montagabend fast zu klein, wollten sich doch viele Erzieherinnen, Eltern und sonstige Interessierte aus erster Hand über das geplante Kinderbildungsgesetz (KiBiz) informieren lassen. Die CDU-Ortsunion hatte dazu den heimischen Landtagsabgeordneten Reinhold Sendker sowie die Landtagsabgeordnete Marie-Theres Kastner, eine der „Architektinnen“ des geplanten Gesetzes, eingeladen.

Ortsunionsvorsitzender Ewald Grothues fasste sich bei seiner Begrüßung kurz. Das war auch gut so, denn nach über zweieinhalbstündiger Diskussion hatten die Anwesenden immer noch Fragen. Marie-Theres Kastner informierte zunächst über die wesentlichen Inhalte der Gesetzesvorlage. Das Gesetz, so die Landtagsabgeordnete, solle zur frühen Förderung und Bildung von Kindern beitragen, zur Herstellung eines verlässlichen Finanzierungssystems führen und die Tagespflege gesetzlich verankern. Ferner würden die Trägervielfalt gesichert und die vorschulische Sprachförderung ausgebaut. Eine engere Zusammenarbeit zwischen Schule und Kindergarten sei ebenso angestrebt, wie mehr Betreuungsangebote für Kinder unter drei Jahren.

Das neue Gesetz verlange allerdings auch von den Trägern der Kindergärten und anderer Einrichtungen eine gehörige Portion an Flexibilität. Das beginne bei den Öffnungszeiten und ende bei den pädagogischen Inhalten. „Das Gesetz soll nicht alle Tatbestände regeln“, so Marie-Theres Kastner. Anwesende Erzieherinnen vermissten indes klare Regeln und Vorgaben.

Was die Elternbeiträge angehe, solle jede Kommune diese eigenständig festlegen. „Hier können die Kommunen ihre Kinderfreundlichkeit zeigen“, so Kastner. Den Einwand, es gebe reiche und arme Gemeinden und somit unterschiedliche hohe Kindergartenbeiträge, ließen Reinhold Sendker und seine Kollegin im Landtag nicht gelten. Wäre das der Fall, erklärten sie, hätten die Städte und Gemeinden ihre Hausaufgaben nicht gemacht. Auf Nachfrage aus der Zuhörerschaft erklärte Marie-Theres Kastner auch, dass es keinen Grund gebe, aus finanziellen Gründen ein Kind nicht am Ganztagsbetrieb einschließlich Mittagessen teilnehmen zu lassen.

Marie-Theres Kastner konnte naturgemäß am Montagabend nicht alle Anwesenden für das Kinderbildungsgesetz begeistern. Was ihr indes gelang, war, sachlich und fachlich fundiert zu informieren und die einen oder anderen Ängste zu nehmen. Sie blieb keine Antwort schuldig und antwortete stets sachlich und ruhig, auch wenn die Fragen noch so kritisch waren.

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