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19.06.2007

Rückzug aus der Kommunalpolitik: Hermann Hankemeier gibt Ratsmandat zum 30. Juni ab

eit 24 Jahren, davon rund 18 Jahre als Fraktionsvorsitzender, gehört Hankemeier dem Kommunalparlament an. 1983 hatte er das Ratsmandat als Nachrücker von Doris Exeler übernommen. „Irgendwann muss ja Schluss sein, und der jetzige Zeitpunkt erscheint mir als der günstigste“, erklärte Hankemeier gestern im Gespräch mit der „Glocke“. Auf diese Weise erhalte sein Nachfolger noch ausreichend Zeit und Gelegenheit, sich bis zu den nächsten Kommunalwahlen in den Rat einzubringen. „Ich glaube, dass die Menschen in Beelen auch mal jemand anderen auf meinem Platz sehen möchten. Schließlich will ich mich nicht selbst überholen.“

Sieben Gemeindedirektoren beziehungsweise hauptamtliche Bürgermeister hat der Christdemokrat während seine Zeit als Ratsmitglied – derzeit übrigens das dienstälteste in der Axtbachgemeinde – erlebt. Bereits zum Ende der vorigen Ratsperiode habe er eigentlich aufhören wollen, sei dann aber eindringlich gebeten worden weiterzumachen, und habe sich – „ich habe mich immer als Parteisoldat empfunden“ – der Bitte gefügt. Jetzt aber merke er zunehmend, dass er sich die notwendige Zeit für die Ratsarbeit „irgendwo stehlen“ müsse – entweder bei der Familie oder in seinem Betrieb.

Seine berufliche Situation – die Firmengruppe, deren Inhaber Hermann Hankemeier ist, expandiert weiter und umfasst inzwischen neun Betriebe – erlaube das nicht. Zwar arbeiteten sich seine Söhne Christian (26) und Andreas (21 Jahre alt und noch in der zweiten Ausbildung) zunehmend erfolgreich in das Unternehmen ein, doch wolle er sie damit noch nicht allein auf sich gestellt sein lassen.

Und der Familie habe er in der Vergangenheit ohnehin viel zu wenig Zeit gewidmet, habe in den vergangenen 30 Jahren noch nicht eine Woche Urlaub mit ihr gemacht. Stattdessen habe er das Familienleben ganz in die Hände seiner Frau Mechthild legen müssen, „die mir übrigens in allem, was ich unternommen habe, immer den Rücken gestärkt hat“, wie Hankemeier, der nebenbei auch noch einen landwirtschaftlichen Vollerwerbsbetrieb in Beelen zu managen hat, ausdrücklich hinzufügt.

Ein 15-Stunden-Arbeitstag sei für ihn längst zur Normalität geworden. Jetzt sei es an der Zeit, sich auch einmal anderen Dingen zu widmen. Damit könnten neben der Familie die Stammtisch- beziehungsweise Kegelrunden, die er sich bisher durchschnittlich sechsmal pro Jahr freitagabends leistet, gemeint sein. Aber da gibt es auch noch eine Liebe, die Hankemeier seit Jahren eher im Geheimen pflegt: Pferde und Kutschen. „Vielleicht“, lässt er durchblicken, „wenn ich die Zeit dazu finde . . .“ Wer’s glaubt!

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